Faulenzertechnik beim Spinnfischen – So funktioniert`s

Faulenzertechnik beim SpinnfischenDie Faulenzertechnik wird beim Spinnfischen eingesetzt. Bevorzugt wird die Faulenzertechnik auf Zander angewandt, aber auch Hechte und Barsche können mit dieser Methode überlistet werden. Ich möchte euch im Folgenden diese Technik näher bringen.

Ich gehe gezielt nicht nur auf diese Methode ein, sondern auch auf das Gerät und die passenden Kunstköder.

  • Wer hat diese Faulenzertechnik erfunden/entwickelt?
  • Was genau sind die Vorteile dieser ausgereiften Technik?
  • Wieso wird bei dieser Faulenzertechnik eine besondere Rolle und Rute verwendet?
  • Welche Köder verwende ich dafür?
  • Wie funktioniert die Faulenzertechnik?

Der Erfinder

Die Expertenmeinungen gehen hier weit auseinander. Die Einen sagen Jörg Strehlow, die anderen behaupten diese Methode existiere in USA schon seit längerem. Eins sei sicher, Jörg Strehlow hat diese Faulenzertechnik in Deutschland perfektioniert, bekannt gemacht und Haufen Schmott damit gemacht. Wer nun wirklich diese Technik erfunden hat, wird wohl für immer im Verborgenen bleiben.

Die Vorteile

Die Vorteile liegen hier auf der Hand: Erstens, ermöglicht die Methode eine sichere und durchgehende Kontrolle über dem Kunstköder. Zweitens, eine Garantie, dass der Kunstköder immer in Bodennähe bleibt. Zu guter Letzt, die geflochtene Schnur bleibt immer straff.

Das Gerät

Vielleicht ist es übertrieben zu sagen, dass man eine besondere Rolle und Rute braucht. Mit fast jeder Stationärrolle ist die Methode ausführbar. Besser gesagt, Rolle und Rute brauchen bestimmte Eigenschaften. Das sind jene Eigenschaften, die es ermöglichen die Methode perfektionsnah durchzuführen.

Die Stationärrolle sollte eine mittlere bis hohe Übersetzung haben und zudem eine fein justierbare Frontbremse besitzen. Als passendes Übersetzungsverhältnis eignen sich hierbei 4,5 bis 5,5:1. Da der Gummifisch über die Rolle beschleunigt wird, sind solche hohen Übersetzungen erforderlich. Meistens reicht eine Kurbelumdrehung aus, um den Gufi vom Grund zu lösen und auf eine entsprechende Wassertiefe zu befördern.


Die Rute ist das A und O bei dieser Technik. Sie sollte schnellen und harten Blank haben. Mit schnellen Blank ist hier gemeint, nach dem Auswurf sollte die Rutenspitze nicht nachfedern. Die Aktion der Rute muss eine Spitzenaktion sein.

Damit Sie einen direkten Kontakt zum Kunstköder haben, wird beim Spinnfischen und bei dieser Methode ausschließlich eine geflochtene Schnur empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass Sie eine qualitative geflochtene Schnur kaufen. Sie sollte Rundgeflochten sein und einen passenden Durchmesser zu dem Zielfisch haben.

Die Kunstköder

Bei der Faulenzermethode unterscheiden wir zwei verschiedene Verhaltensarten, der Kunstköder, im Wasser. Aktionsreiche Kunstköder und nicht aktionsreiche Köder (engl. “Action” und “No-Action”). Meist wird auch eine dritte Verhaltensart(Klasse) verwendet, die sogennate “Low-Action”. Sie soll aber hier bei der Erklärung eine untergeordnete Rolle spielen.

  1. Die Action Klasse, bei diesem Köder hat der Schwanz eine ausgeprägte Eigenaktion. Das heißt, schon in der Absinkphase bewegt sich der Schwanz. Jede kleine Bewegung der Rutenspitze oder der Kurbel verleiten diesen Köder zu einer Eigenbewegung. Beispiel: Sandra Twister, Kopyto von Relax, Salt Shaker, Mann’s ACTION SHAD oder Lunker City.
  2. Die Low- Action, bei diesem Köder hat der Schwanz eine leichte Eigenaktion. Beispiel: Spro Fibre Tail, Curly Tails, Profiblinker Shads oder Sea Shad.
  3. Die No- Action Klasse, bei dieser Verhaltenssart macht sich der Angler zur Aufgabe, dem Köder eine nenneswerte Aktion zu verpassen. Das kann über mehrere Bewegungen der Kurbel sein oder der Kurbel und der Spitze zu gleichen Zeit. Beispiel: Fin S Fish von Lunker City, Slurpies von Northland oder Jerk Shad von Culprit.

Welche Klassse der Köder “Action, Low- Action oder No-Action” Sie in Ihrer Köderbox gewähren, müssen Sie selbst ausprobieren. Ich habe nur mit Action und No- Action die meisten Erfolge erzielen können.

Die Funktion

Die Funktion ist sehr einfach und effizient, um vorzugsweise Zander zu beangeln:

  1. Der Gummifisch wird ausgeworfen.
  2. Man schließt den Bügel und lässt den Gummifisch an der gestraften Schnur absinken. Die Schnur sollte beobachtet werden.
  3. Die Schnur erschlafft. Der Gewässergrund ist erreicht.
  4. Die Rute wird Waagerecht zur Wasseroberfläche gehalten.
  5. Mit 1 – 2 Kurbelumdrehungen hebt man den Gufi vom Grund ab.
  6. Absinkphase bis zum Gewässergrund.

Wiederhohlen Sie den Vorgang 15 bis 20 mal, bis der Gummifisch das Ufer erreicht hat.


Je mehr sie an der Kurbel drehen, desto mehr kommt der Gummifisch in Mittelwasser. Darausfolgend dauert die Absinkphase länger. Meistens reichen aber 1 – 2 Kurbelumdrehungen, um den Gufi auf die erforderliche Höhe zu bringen. Wenn Sie 15 bis 20 mal den Fisch auf den Grund absinken lassen, bis dieser das Ufer erreicht hat, dann haben Sie alles richtig gemacht.